13.07.2014 Sonntag (Nur) Bäder bringen Sicherheit

Rettungsschwimmen

„175 hessische Helfer im Einsatz“ titelte die hessische DLRG in verschiedenen Publikationen über den Hochwassereinsatz einiger unserer Wasserrettungszüge im Frühsommer des vergangenen Jahres. Beinahe 170.000 Stunden haben über 4.000 hessische ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Jubiläumsjahr 2013 an den 90 Wasserrettungsstationen in Hessen über die Erholungssuchenden, Schwimmer, Taucher, Angler, Besatzungen von Segel- oder Motorbooten, Wasserski-oder Kanusportlern gewacht.

Fast 700 Rettungen bei Surf- oder Bootsunfällen und gar 83 Rettungen vor dem Ertrinkungstod, oft unter Einsatz des eigenen Lebens der Retter, sind eine Bilanz, mit der sich auch die hessische DLRG gern in der Öffentlichkeit präsentiert. Umso schöner, dass auch die politisch Verantwortlichen all diese Leistungen zur Kenntnis nehmen und unsere Arbeit bei unterschiedlichsten Anlässen würdigen, unseren Beitrag zur Erreichung unseres wichtigsten Verbandsziels, nämlich der Bekämpfung des Ertrinkungstodes, loben.

Doch wie ist dieses Ziel zu erreichen? Alle oben genannten, so erfolgreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in unseren Katastrophenschutzeinheiten, die Wachgängerinnen und Wachgänger im Wasserrettungsdienst, unsere Bootsbesatzungen, Einsatztaucher und weiteren Helferinnen und Helfer haben eines gemeinsam, sie verkörpern jeder für sich unser Motto: Gute Schwimmer, starke Retter! Zunächst lernten sie das Schwimmen, erwarben das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen der DLRG in Bronze, später in Silber und entwickelten sich von dieser gemeinsamen Basis weiter. Die Medienberichte haben verdeutlicht, dass es mit den etwa 20 Stunden Teilnahme am Anfängerschwimmkurs und etwa 40 Stunden Rettungsschwimmausbildung beim Mauern diese gemeinsamen Sockels nicht getan ist. „Die aktive Tätigkeit in der Wasserrettung bedarf der ständigen Übung und eines zum Fitnesserhalt intensiven Trainings!“ verliert der Technische Leiter Einsatz des LV Hessen, Willi Vogt, die Grundlagenausbildung nicht aus dem Blick.

Diese Grundlagen erlernt und trainieren unsere Aktiven aber nicht im Freigewässer oder in der Sporthalle. Dazu sind Schwimmbäder mit all ihren Einrichtungen zwingend erforderlich. „Nur hier können wir unsere Aktiven über den Sommer (Freibäder) oder in den Hallenbädern über das ganze Jahr für ihren ehrenamtlichen Dienst am Nächsten aus- und fortbilden. Damit entwickelt sich unser Training über den rein sportlichen Zweck hinaus zu einer humanitären Aufgabe!“ bringt LV-Präsident Thorsten Reus die Notwendigkeit der Bäder und deren angemessene Nutzung für die 200 örtlichen DLRG-Gliederungen in Hessen auf den Punkt.

Doch was ist, wenn Jugendliche gemeinsam auf dem benachbarten Baggersee rudern gehen, Kanu auf der Fulda oder der Lahn fahren wollen? Was ist, wenn die Abschlussfahrt der Realschule ein Segeltörn auf der Ostsee wird, die Urlaubsfahrt mit den Eltern in ein 5-Sterne-Hotel mit Super-Pool-Landschaft führt oder eine Rafting-Tour den Erlebnisurlaub abrunden soll? Richtig, hier ist das Schwimmen eine der wichtigsten Mindestvoraussetzungen, ja beinahe Grundfertigkeit. Schnell fühlen sich (und sind?) Nichtschwimmer ausgeschlossen. Umso besser, wenn sich Schwimmer auch im Notfall gegenseitig Hilfe leisten können - umso besser wenn wir viele Schwimmer zum Rettungsschwimmer weiterbilden konnten.

„Das Schwimmen ist damit ein Stück Lebensversicherung!“ fasst Christoph Eich, als Technischer Leiter Ausbildung für die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in unserem Bundesland verantwortlich, den wichtigsten Aspekt unserer Breitenausbildung unserer Organisation zusammen.

Über 9.000 Menschen aller Altersgruppen lernen bei der hessischen DLRG jährlich das Schwimmen, fast 6.000 Schwimmer bilden sich weiter zum Rettungsschwimmer, viele trainieren und in speziellen Kursangeboten für Jugendliche oder Senioren. Auch – oder gerade hierfür – sind die Schwimmbäder unabdingbare Voraussetzung.

„Somit kommt der Verfügbarkeit von Schwimmbädern für die DLRG und ihre Aufgaben, aber auch für die Sicherheit der gesamten Bevölkerung eine erhebliche Bedeutung zu“, unterstreicht Thorsten Reus nochmals, „denn trotz unserer Bemühungen mussten im vergangenen Jahr noch 24 Menschen in Hessen ertrinken!“

Natürlich ist die hessische DLRG gesprächsbereit, wenn es um Lösungsmöglichkeiten zum Erhalt eines Schwimmbades geht. „Meist sind es finanzielle Probleme bei der Sanierung älterer Bäder“, so der LV-Präsident. Die Unterstützung des Badpersonals bei der Aufsicht ist hier nur ein Aspekt. Oft engagieren sich die örtlichen Gliederungen der DLRG auch in Träger- oder Fördervereinen, was sehr oft „ein hohes personelles und zeitliches Engagement der Beteiligten mit sich bringt!“, weiß Thorsten Reus

Doch ist jeder ausgebildete Schwimmer, jeder weitergebildete Rettungsschwimmer und letztlich jeder vor dem Ertrinkungstode gerettete Mensch diese Anstrengung wert. Dafür lohnt sich der Einsatz, gemeinsam mit Politik, Verbänden und letztlich den Bürgern selbst.

 

Kategorie(n)
Allgemein

Von: Thorsten Reus

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